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Infobrief
Frühling 2020

Liebe Mitglieder, Freunde und Gönner des Vereins SALESAN

Generalversammlung Verein SALESAN vom 26. Januar 2020

Die neue Vereinspräsidentin Tina Müller eröffnete die diesjährige Generalversammlung.

Dieses Jahr durften wir den Provinzial von Ostafrika, Pater Mathew Thazhathukunnel als unseren Gast begrüssen. In seinem Vortrag sprach er über die Auswirkungen des Klimawandels in Ostafrika.

Das Ausbleiben der Regenfälle im Frühjahr liess die für die lokale Bevölkerung wichtige Maisernte verdorren. Zudem wurde der Westen Kenias von einer starken Heuschreckenplage betroffen.

Der Klimawandel ist somit auch für die Ordens-Gemeinschaft ein wichtiges Problem. Mit Seminaren wird auf einen achtsamen Umweltschutz aufmerksam gemacht. Wichtiges Thema ist die Aufforstung von Bäumen, welche für ein besseres Klima sehr wichtig sind.

Ordentliche Geschäfte

Die offizielle Generalversammlung verlief ordnungsgemäss. 30 Mitglieder und einige Interessierte fanden sich ein. Die Jahresberichte über Afrika und Indien wurden mit viel Interesse verfolgt.

Spenden Ein-/Ausgänge

Im vergangenen Jahr durfte der Verein Spendeneingänge von CHF 290’00 verbuchen. Davon wurden CHF 340’000 an Projekte ausbezahlt. Der Überblick zeigt die wichtigsten Projekte:
Junior Seminar Kihonda, Tansania Fr.40’000
Gesundheit Center Kisesa, Tansania Fr. 200’000
Indien Schulprojekte Fr. 65’000
Schule in Katani (Schlafräume) Fr. 3’000
Strassenkinder Fr. 32’000

Die Vereinsrechnung wurde einstimmig von der Versammlung genehmigt.

Der Jahresbeitrag für Mitglieder wurde bei 40 Franken belassen.

An dieser Stelle danken wir Jakob Schuler für das Verfassen des Protokolls, er hat hervorragende Arbeit geleistet!

Projekt Informationen Ostafrika

Viele Afrikanische Länder haben frühzeitig auf das Geschehen reagiert. In Kenia wurden zwei Tage nach dem ersten Corona-Fall der Luftraum und alle Schulen geschlossen. Südafrika hat eine komplette Ausgangssperre. Viele Landesgrenzen (beispielsweise Kenia, Uganda, Ruanda, Südafrika, Botswana, Namibia) sind geschossen. Um die Massnahmen durchzusetzen reagiert die Polizei oder das Militär teils mit übertriebener Gewalt, wodurch es in mehreren Ländern bereits Tote gegeben hat.

Die grossen Städte in Kenia und Tansania haben die Stadtgrenzen geschlossen und die Leute können weder hinein oder die Stadt verlassen. Zusätzlich zum Corona Virus kämpft Tansania aufgrund des anhaltenden Regens mit Überschwemmungen. Häuser nahe dem Ufer vom Lake Viktoria und Tanganjika wurden von dem Wasser überflutet.

Trotz der frühzeitigen Reaktion sind andere Massnahmen wie "Händewaschen", "social distancing" und "zu Hause bleiben" oftmals nicht umzusetzen. In den grossen Slums, Townships und Flüchtlingslagern leben die Menschen eng aufeinander und teilen sich die Toiletten. Geld für Desinfektionsmittel fehlt. Ebenso leben viele Menschen von der Hand in den Mund. Können beispielsweise die Frauen und Männer heute Morgen nichts auf dem Markt verkaufen, haben sie abends kein Nachtessen für ihre Familie. Abstandhalten und regelmässiges Händewaschen sind etwas wofür man dankbar sein darf.

Tansania reagiert auf die Pandemie anders auf seine Nachbarsländer. Der Präsident fordert in erster Linie zum Beten auf. Schulen sind bereits lange geschlossen. Gottesdienste, die hier von mehreren hundert Menschen gleichzeitig besucht werden, sind weiterhin erlaubt. Die Angst vor den wirtschaftlichen Konsequenzen ist zu gross. Also läuft einiges wie bisher. Es kursieren viele „Fake-News“ über Wirkmittel gegen Corona. Kenia und Tansania könnten nicht unterschiedlicher auf Corona reagieren.

Viele Menschen reagieren aber auch kreativ, schreiben Songs über Verhaltensregeln, die im Radio gespielt werden oder bauen sich in den Slums Händewasch-Stationen.

Projekt Informationen

Technical Training Institute (CTTI) in Machakos, Kenia

Das Institut schloss das vergangene Jahr mit einem Überschuss von KSH 500‘000 (5‘000 Fr) ab. Seit drei Jahren kann sich das Institut selbst finanzieren. Dies ist ein wichtiger Schritt für die Zukunft der Lehrwerkstatt.

Momentan sind 180 Lehrlinge im Institut eingeschrieben. Seit einem Jahr wird über den Bau von einem dringend nötigen Schlafsaal diskutiert. Die Mühlen des Bischofs mahlen jedoch sehr langsam. Wir sind trotzdem zuversichtlich, dass mit dem Bau von 60 Schlafplätzen und ausreichend sanitären Anlagen in diesem Jahr begonnen werden kann.

Die Kosten werden sich auf ca. 40‘000 Franken belaufen.

Gesundheitscenter Kisesa

Die Zufahrtsstrasse zur Krankenstation ist durch den Regen so aufgeweicht, dass keine Autos mehr durchkommen. Unser Baumeister ist nun daran die Strasse soweit in Stand zu setzen, dass in Kürze die Station für Parienten wieder erreichbar ist.

Junior Seminar Morogoro

Das Junior Seminar und auch die von den Missionaren geführten Schulen sind wegen des Corona Virus geschlossen und die Schüler sind zu den Familien zurückgekehrt.

Wann die sie wieder geöffnet werden wird mit dem Verlauf des Virus entschieden.

Neues aus Durgapur: Verteilung von Hilfsgütern an über 1000 Familien

Das Corona-Virus hat auch Indien erreicht. Alles steht still in den Stätten und auf dem Land!

Menschen dürfen nur aus dem Haus gehen, um Lebensmittel zu besorgen oder für einen Arzt/Spitaltermin. Über 10 Millionen Tagelöhner können nicht zu ihren Familien heimkehren, weil das öffentliche Verkehrsnetz eingestellt wurde. Für die Tagelöhner bedeutet dies, dass sie weder Arbeit noch Geld haben zum Überleben. Ihre Familien können sie nicht mehr unterstützen. Tausende versuchten zu Fuss ihr Heimatort zu erreichen und unternahmen tagelange Fussmärsche. Bis sie zu Hause ankamen, war ihr Geld für Nahrung oder Beschaffung von Passierscheinen bereits aufgebraucht.






In Bara Durgapur, wo Pater Joseph Kevi mit zwei Mitbrüdern eine Missionsstation leitet, ist auch eine Schule angegliedert. Nur ca. 53% der Bevölkerung im Nordosten Indiens können lesen und schreiben. Deshalb ist es für sie auch sehr schwierig, eine gute Arbeit zu finden und müssen in den Grossstädten als Tagelöhner arbeiten. Keine Schulbildung zu haben, benachteiligt sie im ganzen Leben. Sie werden von den Arbeitgebern ausgenutzt und verschulden sich teilweise mit ihrer ganzen Familie.

Pater Joseph macht sich Sorgen um die Menschen in seiner Pfarrei. Die Leute sind nicht oder nur schlecht über das Corona-Virus informiert. Weil aber in dieser Gegend die Leute mehrheitlich mit ihren Alltagssorgen beschäftigt sind, können sie auch nicht reisen. Es führen keine Strassen in die ländlichen Gebiete. Wald und Hügel sind nur spärlich bevölkert. Die Dörfer sind klein und die Menschen haben nur das Nötigste zum Leben. Ausreichend Lebensmittel kommen schon länger nicht mehr in diese Gegend und lässt die Leute hungern. Für Pater Joseph es unerträglich mitansehen zu müssen, wie die Leute leiden. Er richtete deshalb die Bitte an den Gouverneur des Bezirkes, Lebensmitteltransporte organisieren zu dürfen. Die Mithilfe der 4 Lehrerinnen, Schwestern der «Kongregation vom Hl. Kreuz», wurde bewilligt, die Bevölkerung mit Aufklärung, Massnahmen und Schutz gegen eine Ausbreitung des Virus zu informieren. Pater Josef erhielt ebenfalls die Erlaubnis für die Abgabe von Lebensmitteln. Täglich werden an verschiedenen Orten zwischen 9-16 Uhr Lebensmittelpakete an Familien verteilt. Das Paket enthält folgende Grundnahrungsmittel: 1 kg Linsen, 1/2 Liter Speiseöl, 1 kg Salz, 100/200g Gewürze, 3 kg Kartoffel, 3 kg Reis (5 kg Reis für diejenigen, die keine Reisfelder haben).

Diese Hilfsaktion ermutigt hoffentlich viele Eltern, ihre Kinder nach dem Ende der Corona Krise wieder zur Schule zu schicken. Ein Medienbericht der Jesuiten zeigt auf, dass im Nordosten Indiens die jüngere Bevölkerung erkannt hat, dass dank guter Schulbildung bessere Chancen auf eine Arbeitsstelle bestehen. Damit kann auch eine Wiederholung der stetigen Armut in dieser abgeschiedenen Gegend verkleinert werden, denn je besser die Ausbildung, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, eine Anstellung zu finden und die Familien daheim finanziell unterstützen zu können. Deshalb hat auch Pater Joseph bereits mit dem Erweiterungsbau des Schulhauses begonnen. Die Finanzierung ist noch nicht gesichert. Wir sind daran ihn mit einem Zustupf zu unterstützen.

Jahresbeitrag

Mit dem Jahresbeitrag von Fr. 40 decken wir die administrativen Kosten, damit Ihre Spenden vollumfänglich den entsprechenden Projekten zugeteilt werden können.
Allen Mitgliedern die bereit den Jahresbeitrag bezahlten, möchten wir uns herzlich bedanken.
Ganz herzlichen Dank für Ihren Beitrag.

Einzahlungen für den Jahresbeitrag bitten wir auf folgendes Konto zu überweisen:
Credit Suisse, Lachen
CH27 0483 5065 4242 8000 0
SALESAN, 8852 Altendorf

Wir wünschen allen Mitgliedern, Freunden und Gönnern einen sonnigen Frühling und vor Allem, dass Sie und Ihre Lieben gesund bleiben.

Mit herzlichen Grüssen
Verein SALESAN
Tina und Werner B. Müller

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